Tatamis - das Sinnbild für japanischen Wohnstil

Im alten und ländlichen Japan werden Tatamis in traditionell gestalteten Zimmern, den sogenannten Washitsu, als Fußboden verwendet. Tatamis sind isolierende und dämpfende Matten aus Reisstroh. Da eine Tatami Matte recht empfindlich ist, wird sie in Japan nur barfuß oder mit Socken

betreten. Den Kern der Tatami Matte bildet Reisstroh, auf das eine Binsenmatte mit seitlich angenähten Baumwollbändern fixiert wird. In Japan wird dafür die Flatter-Binse verwendet (jap. Igusa).

Tatami-Matten als Fussboden

Tatami - Beispiel eines klassischen Bodenbelags in traditionellen japanischen Häusern

Da Tatami-Matten nur aus natürlichen Materialien hergestellt sind, duften sie auch entsprechend und sind recyclierbar. Die Schlichtheit und Ästhetik der Tatamimatten schaffen gemeinsam mit den typisch japanischen Shoji Schiebewänden einen ganz besonderen Charme in Ihrem Zuhause. Wer schon einmal auf einer originalen Tatamimatte laufen durfte, dem ist bestimmt die angenehme Oberflächenbeschaffenheit aufgefallen. Nicht umsonst sind die natürlichen Reisstrohmatten in japanischen Häusern schon lange als Bodenbelag beliebt. Sie schaffen ein angenehmes Raumklima, dämmen im Winter bei niedrigen Temperaturen und kühlen angenehm, wenn es wärmer ist.

Tatami Reisstrohmatte Detail

Wie setzt sich eine Tatami-Matte zusammen?


Tatami-Reisstrohmatte Querschnitt

Futonwerk auf Youtube - Tatami

Tatamimatten bestehen aus drei Komponenten. Schon seit Jahrhunderten erfolgt die Herstellung dieser Bodenmatten in drei Schritten.

  • Im ersten Schritt wird der Kern der Tatamimatte aus mehreren Lagen Reisstroh gepresst. Der Kern der Matte wird als Tatami-Doko bezeichnet.
  • Als nächstes wird um den Reisstrohkern eine aus Igusa-Gras gebundene Binsenmatte gewickelt, die sogenannte Tatami-Omote.
  • Danach werden die Ränder der Tatami-Matte mit einem textilen Band eingefasst, die man als Tatami-Beri bezeichnet.

Heutzutage wird aus Kostengründen der Kern oft alternativ aus einer Reisstroh-Schaumstoff Mischung hergestellt.


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Die Größe von Tatami-Matten

Traditionell sind die Maße der Tatamis festgelegt. In Japan wird Tatami sogar als Maßeinheit verwendet, beziehungsweise wird die Größe einer Wohnung in Tatami-Einheiten angegeben. Tatamis werden in Ken gemessen.

Tatamis Grössen

Die Verwendung von Tatamis

Ursprünglich dienten Tatamis dem Adel als Schlaf- und Sitzunterlage. Später dann wurden ganze Wohnräume mit den Reisstrohmattenausgelegt. Heute ist die Art der traditionellen Inneneinrichtung nicht mehr ganz so weit verbreitet, dennoch gibt es in vielen japanischen Wohnungen immer noch zumindest einen Raum, der mit Tatami-Matten ausgelegt ist.

Auch in der japanischen Kampfkunst, wie bei Judo oder Karate, kommen Tatami-Matten zum Einsatz. Um Würfe und Sturztechniken abzufedern, werden dafür vor allem die 5,5cm dicken Matten verwendet.

Zuhause sind Tatamis die perfekte Ergänzung zu einem Futon. Um Tatamis als Unterlage für ein Futon zu verwenden, können sie entweder direkt auf den Boden gelegt werden, oder in einen speziellen Tatamirahmen. Möchte man Tatamis als Bodenmatte unter dem Futonbett verwenden, sollte das Futon aus Baumwolle oder Schafschurwolle bestehen. Wird ein Tatamirahmen verwendet, sollte genau darauf geachtet werden, dass die Tatamimatte gleichmäßig und glatt aufliegt und sie mit dem Futon nicht zu tief im Rahmen liegt, um eine gute Belüftung des Futons gewährleisten zu können.

Normalerweise ist eine Tatami einen halben Ken breit und einen Ken lang. Wenngleich das gängigste Maß hierfür bei 1,80m liegt, kann die Länge eines Kens zwischen 155cm und 191cm variieren, je nach Region.

Eine Tatami-Matte ist in der Regel 4,5cm dick (Standard Pressung) oder 5,5 cm (HQ / High Quality). Es gibt auch dünnere Matten im Handel, die dementsprechend günstiger sind, allerdings auch nicht so robust.

Da auch im europäischen Raum mittlerweile die Nachfrage nach den Reisstrohmatten gestiegen ist, gibt es sie in gängigeren Maßen wie 100 x 200cm, 90 x 200cm, 80 x 200cm, 70 x 200cm, sowie 90 x 180cm und natürlich 90 x 90cm.

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Tatamis mit Futons

Tatami Matte mit "Twin Futon"

Wie werden Tatamis gepflegt?

Mit der richtigen Pflege haben Sie an Ihren Tatamis viele Jahre lang Freude. Die Lagerung der Tatamis sollte selbstverständlich trocken erfolgen, da die Matten aus natürlichen Rohstoffen hergestellt sind.

  • 1. Werden die Tatamis als Unterlage für eine Futonmatratze verwendet, sollte das Futon idealerweise täglich aufgerollt werden, damit die Feuchtigkeit, die sich nachts durch Wärme und Schweiß bildet, abtrocknen kann.

  • 2. Die Tatami-Matten können auf niedrigster Stufe mit einem Staubsauger abgesaugt werden, am besten mit dem Polsteraufsatz. Es kann passieren, dass sich auf den Matten Stockflecken oder Schimmelpunkte bilden, wenn sie in einem Raum verlegt sind, in dem sich Kondensfeuchtigkeit bildet. Das ist oft in Souterrain-Wohnungen der Fall, oder wenn nicht ausreichend oft gelüftet wird.

  • 3. Sollte sich etwas Schimmel gebildet haben, können die Matten vorsichtig feucht abgerieben werden. Danach muss darauf geachtet werden, dass sie wieder vollständig trocknen können, bevor man sie wieder betritt oder ein Futon darauf legt.

  • 4. Sobald die Sonne im Frühjahr scheint und die Temperatur steigt, kann man die Matten auch mal für ein paar Stunden draußen aufstellen und sie auslüften.

  • 5. Da Tatamis in China hergestellt werden und dementsprechend eine lange Reise gut verpackt, hinter sich haben, wenn sie bei Ihnen ankommen, brauchen die Tatami-Matten nach dem Auspacken einige Tage zum auslüften, am besten bei Raumtemperatur.

Was ist bei der Verwendung von Tatamis zu beachten?

Tatami-Matten sind Produkte aus Naturmaterialien. Das heißt sie können durchaus farblich leicht variieren, werden im Laufe der Zeit etwas blasser und haben einen ganz natürlichen Duft, der an Heu und Stroh erinnert.

Da die Reisstrohmatte recht empfindlich gegen Reibung ist, sollte sie nicht mit Schuhen betreten werden. Verwendet man sie als Bodenbelag, sollte auch bei der Raumgestaltung daran gedacht werden. Auf Möbel, die oft bewegt werden müssen, wie Stühle am Esstisch, sollte der Lebensdauer der Tatamis zuliebe verzichtet werden.

Die Matten reagieren zudem sehr empfindlich auf punktuelle Belastung, weshalb nur Möbel mit einer großen Auflagefläche gewählt werden sollten.

Tatamis dienen als Unterlage für ein Futon rein dem optischen Zweck, den Schlafplatz abzugrenzen, beziehungsweise das Futon vor Schmutz zu schützen. Die Liegequalität bleibt davon unbeeinträchtigt.


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